Seit 14 Jahren sind Jack White und Hansi Hinterseer der Inbegriff einer erfolgreichen Zusammenarbeit. Der deutsche Musikproduzent mit Faible für Kitzbühel hatte den blonden Strahlemann einst entdeckt und zum Schlagersänger geformt. Mehr noch: Unter Whites Fittichen mauserte sich Hinterseer vom alternden Ex-Slalom-As zum absoluten Superstar.
Jetzt ist die Zusammenarbeit der beiden offiziell beendet. In einem Interview hatte Hinterseer im Dezember des Vorjahrs vertragliche Gründe dafür verantwortlich gemacht und seinen langjährigen Mentor mit einem "Pfüat di" verabschiedet. Seither herrscht Funkstille.
Ausstieg aus eigener Firma
Erstmals nimmt jetzt Jack White zur Trennung Stellung. In einem offenen Brief, der der Tiroler Tageszeitung exklusiv vorliegt, rechnet er mit Hansi Hinterseer ab. Es sei "nicht die feine Art gewesen", wie Hinterseer die für beide erfolgreiche Kooperation beendet habe, "dafür habe ich zu viel geleistet in den vergangenen 14 Jahren".
Zur großen Krise war es im Juli des Vorjahres gekommen. White hatte -Hinterseer erklärt, dass er aus seiner Produktionsfirma aussteigen und ein neues Unternehmen gründen wolle. Hinterseer weigerte sich aber, diesen Schritt ebenfalls zu machen. "Dabei wäre er gar nicht vertragsbrüchig geworden, wie er jetzt in Interviews immer behauptet."
White hat das "menschlich schwer enttäuscht. Es wäre schön gewesen, wenn er mitgegangen wäre. Immerhin haben wir zusammen in den letzten 14 Jahren die Musikwelt auf den Kopf gestellt. Und in Kitzbühel weiß jeder, wie es um den Hansi gestanden ist, damals, 1993, bevor alles angefangen hat."
700 Mio. Platten verkauft
Er wolle jetzt nicht mit Schmutz werfen, sagt White, "dabei hätte ich viel zu sagen über Hansi Hinterseer. Der rennt mit 8000 Leuten über die Berge und ist für viele eine Art Messias. Ich kenne ihn aber auch anders."
Seine eigene Laufbahn sieht der Plattenproduzent nicht gefährdet: "Schauen Sie, ich habe bis jetzt 700 Millionen Tonträger verkauft. Hansi Hinterseer macht da gerade einmal ein Prozent meines Gesamtschaffens aus. Jack White wird es sicher auch ohne Hansi Hinterseer geben. Aber schauen wir mal, wer ihm jetzt die Lieder schreibt."
Quelle: tirol.com
|