Donnerstagabend hat der Krankenhausverband St. Johann den Kompromissvorschlag abgesegnet. Für Gesundheitsreferentin LHStv. Elisabeth Zanon ein wichtiger Schritt.
"Denn wir kommen Kitzbühel damit sehr, sehr weit entgegen", erklärte Zanon gegenüber der Tiroler Tageszeitung. "Für mich steht die optimale Gesundheitsversorgung im Mittelpunkt. Anderseits will ich das Thema endgültig vom Tisch haben."
Der Vorschlag sieht vor, maximal fünf unfallchirurgische Betten von St. Johann zugunsten eines privaten Sanatoriums Kitzbühel zu übertragen. "Ohne dem Genehmigungsverfahren für ein Sanatorium vorgreifen zu wollen, sind dadurch die Voraussetzungen für eine Privatklinik sehr gut", betont Zanon.
Gleichzeitig soll von St. Johann aus eine dislozierte unfallchirurgische Ambulanz im rechtlich größtmöglichen Umfang am Standort Kitzbühel geführt werden. Zanon: "Die Ambulanz ist für die Versorgung der Bevölkerung sehr wichtig."
Auch Krankenhaus-Obmann BM Paul Sieberer spricht von einem gangbaren Weg: "Im Sinne des Ganzen und der Sicherung der Gesundheitsversorgung im Bezirk haben wir uns letztendlich zu diesem Angebot durchgerungen und hoffen, damit einen konstruktiven Beitrag im Sinne der Menschen im Bezirk zu leisten."
Als Gegenleistung erwarten sich Zanon und Sieberer jedoch, dass Kitzbühel die Beschwerden an den Verwaltungs- bzw. Verfassungsgerichtshof gegen den Schließungsbescheid der Landesregierung zurückzieht und rasch dem Gemeindeverband BKH St. Johann beitritt.
"Denn das Spital in der Gamsstadt wird aus der öffentlichen Akutversorgung herausgenommen, diese erfolgt künftig in den Spitälern St.Johann und Kufstein."
Wirtschaftlich dürfte das Kitzbüheler Spital im Vorjahr einen Abgang von 3,3 Millionen Euro aufweisen.